Test-Screening-Kreatinin

Der trockenchemische Kreatinintest, der mit unserem Analysegerät P.I.A.² ausgewertet werden kann, hat die Erprobung in unserem Labor bestens überstanden und befindet sich nun in der Praxis. Wenn auch Sie daran teilnehmen wollen, wenden Sie sich bitte an unseren Kundendienst, damit wir Ihnen ein Testkit zustellen können.

Menschen unterscheiden sich in ihrem Trinkverhalten oft gewaltig; manche trinken pro Tag 3 Tassen Kaffee, sonst nichts, andere achten auf eine ausreichende Zufuhr von Wasser. Die Auswirkungen dieser Unterschiede im Trinkverhalten können im Urin beobachtet werden.

Jeder Mensch scheidet täglich eine bestimmte Menge an Kreatinin, ein Abbauprodukt von Kreatin im Muskel, in einer ziemlich konstanten Rate über die Nieren, also mit dem Urin aus. Dies geschieht in Abhängigkeit von der Muskelmasse. Wird dem Körper nun exzessiv Wasser oder andere Flüssigkeit zugeführt, so sinkt im Urin die Konzentration des Kreatinins, da die ausgeschiedene Menge ja gleich bleibt, sich aber die Menge an Flüssigkeit, in der das Kreatinin ausgeschieden wird, erhöht.

Wird die nachweisbare Menge an Kreatinin im Urin gesenkt, wird automatisch die ausgeschiedene Konzentration an Drogen und deren Metaboliten gesenkt (gleiches Verdünnungsprinzip) und rutscht evtl. knapp unterhalb des Cut-Offs (Grenzwert für positiv/negativ) des eingesetzten Tests. Damit wird dann die Bestätigungsanalyse im Blut umgangen. Mögliche Manipulationsversuche bei Urinscreenings sind:

  • Externe Verdünnung des bereits abgelassenen Urins mit Wasser oder gelb gefärbten wässrigen Flüssigkeiten
  • Interne Verdünnung des Drogengehaltes im Urin durch eine vermehrte Harnausscheidung infolge exzessiven Trinkens oder die Einnahme von Diuretika (harntreibende Mittel)

Unter normalen Bedingungen bewegt sich der Kreatininwert zwischen 80 und 200 mg/dl 1, 2, 3, 4, 5. Urinproben mit einem Kreatiningehalt von unter 20 mg/dl gelten als nicht verwertbar.

Um eine Manipulation durch interne oder externe Verdünnung des Urins feststellen zu können, werden Kreatinintests eingesetzt. Bisher gibt es auf dem Markt chemische Streifentests, die mittels Farbumschlag einen niedrigen oder hohen Kreatininwert anzeigen.

Diese Interpretation von Farbumschlägen ist jedoch mit starken Unsicherheiten verbunden. Aus diesem Grund hat die Protzek GmbH einen trockenchemischen Kreatinintest entwickelt, der von unserem Analysegerät P.I.A.² ausgewertet wird. Somit liefert der Test dem Anwender einen Wert und zusätzlich eine Bewertung des Ergebnisses, also zum Beispiel „erhöht“.

Literatur:
1. Edwards C, Fyfe MJ, Liu RH and Walia AS. Evaluation of Common Urine Specimen Adulteration Indicators. J Anal Toxicol 17, 241 (1993)
2. Murray RL. Creatinine. In Clinical Chemistry: Theory, Analysis and Correlation, 2nd Edition, Kaplan LA and Pesce AJ (Eds.) Pages 1015-1020. (1989)
3. Newkirk RE and Rawnsley HM, Creatinine Clearance, SCP Check Sample Clinical Chemistry, No. CC-110, Chicago, American Society of Clinical Pathologists (1978)
4. Faulkner WR and King JW, Renal Function. In Tietz NW, Ed. Fundamentals of Clinical Chemistry, No. CC-110, Chicago, American Society of Clinical Pathologists (1978)
5. Needleman S.B., Porvaznik M., and Ander D. Creatinine Analysis in Single Collection Urine Specimens. Journal of Forensic Sciences 37, Seiten 1125-1133 (1992)